Seite wählen

Ich bin ein kleiner Glückspilz auch beim Thema Wohnen.

In einem eigenen Haus

Die meiste Zeit lebte ich mit meinem Vater, meiner Mutter und meiner Bruder in einem großen Haus. Wir lebten auf dem Dorf oben im Neubaugebiet. Dieser Wohnort trug dazu bei, dass ich nicht mittendrin im Dorfleben war. Dadurch reiste ich schon früh viel und fand nette Menschen überall.
Das Haus hat eine Terasse, und einen großen Garten. Es war Platz für einen Sandkasten, eine Schaukel und ein Baumhaus auf Stelzen. Ein Kinderparadies. Innendrin ist es sehr offen und hat ein gemütliches Wohnzimmer mit großer Couch. Ich hatte mein eigenes, heimeliges Kinderzimmer mit Dachschrägen.

Ausziehen

Das war ein tolles Zimmer und tolles Wohnen bis ich 18 war. Dann zog ich aus. Ich wollte ausziehen. Mir ging es um das Gefühl der Selbstständigkeit und des Erwachsen werdens. Darum suchte ich mir einen Studienort weit weg genug, aber nicht zu weit weg. Nach relativ langem Suchen haben wir eine passable Wohnung gefunden. Mein großer Holzschrank wurde das erste Mal abgebaut. Plötzlich belegten hundert Bücher, Kisten und Ordner den ganzen Boden. Dann fuhr ich selbst meine Möbel im Auto meiner Eltern zwei bis drei Studnen in meine neue Stadt. Danach war mein Zimmer auf Einmal leer.

Ein Art Tagebucheintrag von mir vor einem Jahr:

22.09.18 22:07Uhr

Geschafft. Sowohl der Möbelumzug als auch ich körperlich. Ohne Gelegenheit sich zu mehr zu drücken. Jetzt, wo fast alles weg ist aus diesem Zimmer. Da bleibt die Erkenntnis warum Umziehen so schwer ist. Es ist ausziehen. Es ist Abschied nehmen, das erste Mal so radikal 18Jahre Umgebung, Ortskenntnis, Die vier Wände, Alltag, Familie. Davon Abschied nehmen, einen neuen Alltag leben müssen und nurnoch “zu Besuch” hier sein. Ejn neues Zuhause ab Oktober. Ein Zuhause? Ich übersteh diesen Abschied und Schmermut nur, weil ich mich auch Freue und Hoffnung habe. Mehr Zuversicht und mich dazu zwinge. Mit meinem Freund leben. Studieren,Lernen mehr von dem, was mich brennend interessiert. Selbstständiger werden, mehr über mich dabei lernen. All das und noch viel mehr. Ich bin gespannt wie ich in einem Monat darübet denke. Doch es kommt auf mich zu und ich freue mich schwermütig 🙂

~Rechtschreibung nicht korrigiert.

Ein Monat später dachte ich noch nicht viel darüber. Denn ich war schon mitten im Studium. ICh erlebte eine neue Stadt, neue Wohnsituation – so viel Neues, dass kaum zu verarbeiten war. Wie ich heute darüber denke? Wir haben das Beste draus gemacht und ich bin froh. Es ist zu einem zu Hause geworden.

Mein neues zu Hause

Jetzt lebe ich mit meinem Freund in einer Einzimmer-Wohnung, die eigentlich ein Laden werden sollte. Dementsprechend gibt es viele Lampenanschlüsse an der Decke und bodenlange Fenster neben der Glastür. Außerdem ist der Keller feucht. Genauso nervt es, zu zweit nur ein Zimmer zu haben und sich nicht zurückziehen zu können. Auch vermisse ich besonders im Sommer die Terasse und den Garten. Dort in meinem Elternhaus nurnoch Gast zu sein, ist tatsächlich merkwürdig.

Aber paperlapp: Ich lebe! Ich lebe meinen Traum, mein Traum von Eigenständigkeit. Mehr Freiheit, ab von Regeln und der Kontrolle meiner Eltern (nicht, dass diese besonders streng waren). Ich benötige sie nicht mehr. Mehr Pflichten, an denen ich gewachsen bin. Ich habe gelernt, einen eigenen Haushalt zu führen mit allem was dazugehört. Das ist sehr anstrengend und es zu lernen war noch anstrengender (für mich besonders das Kochen und Zeitmanagement: Studium, Selbsthilfeorga und Haushalt).

Hilfreich ist nicht allein zu leben bei der ganzen Hausarbeit. Aber auch seelisch nicht zu vereinsamen. Im Moment will ich niemals alleine leben müssen. Daher war schon immer der Plan: WG. Aber 2018 hat es einfach so gut mit meinen Freund und seinen Plänen gepasst. Er hatte schon Erfahrung, einen eigenen Haushalt zu führen, und ist mir eine große Stütze.

Fazit

Rückblickend war es ganz gut, dass 2018 so ein Rausch war. (Bis März/Mai Abitur, dann Uni Suche, Wohnunsgssuche, Führerschein, Auszug und direkt Studiumsanfang) Manchmal hilft es einfach zu machen und nicht viel zeit zum Grübeln zu haben. Denn Ausziehen ist ein sehr wohl ein Großer Schritt.

Aber es hat sich gelohnt. Ich fühl mich druchaus wohl. Die Wohnung ist echt nicht ideal, aber mein Studium, meine Freiheit und die liebe Gesellschaft hier machts wett. Auch die ländliche Umgebung ist schön, lässt mich heimisch fühlen. Ich muss nun einfach ein bisschen laufen, bis ich im Gras sitzen kann.

Auch wenn die Wohnung hier nicht mein Elternhaus ist, einfach, dass es Meine ist hat großen Wert.

Buchstabenspielerin

Autor*in: Buchstabenspielerin

Mein Ventil ist das Buchstabenspiel. Für dich sollen meine Texte Mutmacher und ein Einblick in ein anderes Leben und ein anderes Denken sein. Zum Nachdenken, Wiedererkennen und Verstehen. Wenn du Rechtschreibfehler findest, darfst du sie behalten ;). Ich konnte sie leider aufgrund meiner Legasthenie nicht alle einfangen. Was das ist? Informier dich! Mehr dazu in meinem Profil und in meinen Blogeinträgen.

in Zusammenarbeit mit:

Logo Schon mal an Selbsthilfegruppen gedacht?