Am 16.04. habe ich in der Schmerzklinik eingecheckt. Ich bin mit großen Erwartungen in diesen Aufenthalt gestartet. Aber ich habe mich auch gefragt, wie die Therapien mit der Covid-19 Epidemie stattfinden werden.

Soviel ist gesagt. Der Aufenthalt ist bis jetzt ein voller Erfolg. Einer meiner wichtigsten Gründe für die Aufnahme war, dass ich vom Morphium entziehen wollte. Dies ist mir auch gelungen. Ich bin innerhalb von einer Woche auf 0 gegangen. Was anstrengend für den Organismus war, aber ich glaube es war so der richtige Weg. Was die Entzugssymptomatik angeht, habe ich echt Glück gehabt. Ja, ich war etwas entzügig und nein, es war nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte.

Ich hatte mit vermehrter Unruhe, Schwitzen und Magen- und Darmproblemen zu kämpfen. Aber Dank der Anthroposophischen Medikamente, wurde mir der Entzug erleichtert.

Ansonsten habe ich ziemlich viel Programm, was ich auf Grund von Covid-19 nicht gedacht hätte. Ich habe in der Regel zwischen 2 und 4 Sporteinheiten am Tag. Was nicht mit klassischem Sport oder gar Fitnessstudio zu vergleichen ist. Es sind Krankengymnastik in der Gruppe oder Einzelbehandlungen. Ansonsten habe ich die angenehmste Lymphdrainage, die ich bis dato hatte, bekommen. Ansonsten gibt es hier noch einiges an Entspannungsverfahren. Z.B Achtsamkeitsgruppen, PMR oder Meditation. Auch Nonverbale Therapien kommen hier zum Einsatz. Ich bin in der Malgruppe. Und was soll ich euch sagen, es macht unheimlich Spaß und ich komme in eine totale Entspannung.

In der Therapiefreizeit gehe ich viel spazieren oder liege auf dem Bett und entspanne. Hier auf dem Gelände laufen auch das eine oder andere Tier herum. Anfang der Woche hatten wir Besuch von einem Pfau. Der kommt jedes Jahr hierher und wartet auf seine Pfauenfrauen und dann verschwindet er wieder. Auf einen der Spaziergänge war ich auch an der Havel. Auch wenn wir dort nicht hindürfen, war es ein Reiz dort hinzugehen und etwas am Wasser zu sitzen. Leider sind Besuche im Moment nicht erlaubt, was in mir vermehrt Heimweh auslöst. Von daher bin ich jetzt auch froh nächste Woche entlassen zu werden.

Mein Fazit zu diesem Aufenthalt: Wenn ich wieder an den Punkt komme Schmerzmedikamente abzusetzen und als nächstes das Cannabis absetzten lassen zu wollen, würde ich wiederkommen.

Danke an das Team der Schmerzklinik Havelhöhe.

Visionärin

Autor*in: Visionärin

Ich bin unteranderem in der Suchtselbsthilfe zu Hause. Durch meinen Sebsthilfeverein konnte ich in vielerlei Dingen über mich hinausgewachsen. Dank meiner eigenen Betroffennheit habe ich die Möglichkeit bekommen, für fast ein Jahr in einer Selbsthilfekontaktstelle, als Projektleitung Junge Selbsthilfe zu arbeiten. Krankheiten können durchaus auch positve Aspekte haben.

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