Bossi:
Eigentlich müsste ich es besser wissen. Mittlerweile habe ich das ein oder andere Jährchen auf dem Buckel, habe den ein oder anderen Abschluss gemacht, den ein oder anderen Job ausgeübt. Kurz: Jede Menge Gelegenheiten, etwas zu lernen.
Einiges, das ich nie wieder im Leben gebraucht habe, anderes, von dem ich mir wünschte, dass ich es früher gelernt hätte und vieles, von dem ich noch gar nicht wusste, dass ich es gerne lernen würde.
Aber die Frage, wie im am besten für mich lerne, kann ich dennoch nicht beantworten.
- Mal ist es unter Druck. Mal wenn ich total entspannt bin.
- Mal, wenn ich viele abwechslungsreiche Methoden in meine Routine einbaue. Mal, wenn ich Stumpf mir das Wissen einfach reindrücke.
- Mal, wenn ich meine Komfortzone verlasse. Mal, wenn ich schön eingemummelt in meiner Komfortzone einfach nur mein Ding mache.
- Mal mit Gruppen. Mal nur für mich alleine, ganz ohne andere Menschen.
So bleibt am Ende der für mich unbefriedigende Satz als Antwort zurück: “Es kommt drauf an.”
Ich hasse diesen Satz, aber vielleicht ist es etwas, das ich lernen muss. Es gibt für mich nicht die eine Antwort, die Faustformel, die perfekte Lösung.
Und manchmal ist vielleicht dieses “Es kommt darauf an” genau der eine eindeutige Satz, der alles erklärt und so widersprüchlich es sich auch anhören mag, mir die nötige Klarheit bringt.
Phönix:
Wenn ich eine Pauschallösung für dieses Problem hätte, würde mich diese Erfindung vermutlich zur Millionärin machen und in die Geschichte eingehen. Fakt ist, ich weiß selbst manchmal nicht, wie ich mir am besten etwas eintrichtere.
Bei Fremdsprache Vokabeln haben sich Karteikarten und Serien/Filme in der jeweiligen Sprache sehr bewährt. Am besten Filme, bei denen man schon den Kontext kennt und sich somit mehr auf die Wörter und deren Aussprache, wie die Benutzung der Grammatik konzentrieren kann. Es mag am Anfang ein wenig quälend sein, aber schon nach kurzer Zeit bemerkt man einen Effekt.
Ein paar von uns haben die Gabe des fotografischen Gedächtnisses. Die Wixxer.
Für den Rest von uns Normalsterblichen bleibt es, auszuprobieren, wie Informationen bei uns am besten hängen bleiben.
Ein Bekannter erzählte mir von der fehlenden Permanenz einer Bezugsperson bei Heimkindern und den daraus folgenden Gedächtnislücken. Dabei kam mir in den Kopf, dass ich mich am besten an Momente erinnern konnte, in denen ich mit einer Person Zeit verbracht habe, die mir sehr wichtig war und ich damals den Gedanken hatte, mir besser meine Schulaufgaben merken zu können, wenn ich diese mit besagter Person lernen würde. Klingt erstmal banane, aber dieses Phänomen, wie hilfreich das Einbeziehen einer zweiten Partei sein kann, zeigt sich z.B. auch bei Menschen o. Situationen, in denen es einem schwer fällt, für sich selbst seinen Hintern zu bewegen und etwas erledigt zu bekommen. Besonders ADHSler wissen, wovon ich rede.
Es soll nicht heißen, sein Glück von anderen abhängig zu machen, viel mehr den Impuls zu setzen, sich Hilfe zu nehmen und den menschlichen Rudeltrieb zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen.
Rainbow:
Hallo meine Lieben,
ich habe drei Texte zu verschiedenen Themen verfasst. Eure Texte sind auch sehr schön, das kann ich alles gut verstehen. Aber ich habe ein Bildgedächtnis und kann mir deswegen gut Sachen merken. Aber wenn die Leute dann weg sind und ich sie vermisse, wiederholen sich die Situationen – das ist sehr nervig. Ich bin gar nicht so happy damit, aber man sollte alles nehmen, wie es kommt! Ihr werdet schon den richtigen Weg finden ☺
HighHopesInBlueSkys:
Bei mir kommt es drauf an, welchen Bereich es begrifft, wie ich gut und für mich richtig lerne.
Wenn es um emotionale Lernthemen geht, lerne ich am besten ganz ohne Druck und mit wohlwollender, liebevoller Unterstützung. Da kommt die nötige Motivation dann einerseits aus dem Inneren heraus, denn ich möchte ja Schritte Richtung Gesundung tun. Und andererseits aus der Beziehung, denn wenn mir jemand hilft, bin ich sehr dankbar und möchte daraus resultierend schon allein für die andere Person Fortschritt erreichen.
Wenn ich ans Lernen sonst denke, in Erinnerung an meine Schul-, Studium- und Arbeitszeit, dann würde ich sagen half mir selber tätig sein sehr viel: Recherchieren, selber Zusammenfassungen/ Arbeitsblätter verfassen für mehr Struktur, mich bei Bedarf darüber mit jemandem austauschen, … Aber vor allem die praktische Beschäftigung, irgendeine Art von Umsetzung, ein Integrieren nach dem Prinzip „Learning by Doing“. Ich würde sagen, das ist immer noch so. Druck half mir meistens nur bedingt. Es schien manchmal schon so, dass er mich mehr an den Schreibtischstuhl „fesselte“, aber oft artet Druck (auch wenn es Zeitdruck ist) bei mir zu schnell in zu großen Stress aus, der dann unabhängig vom Resultat einfach toxisch für mich ist. Am besten, nachhaltigsten und entspanntesten lerne ich also, wenn ich genügend Zeit habe, und selber mit verschiedener Methodik (auch kreativ) an dem Thema arbeiten kann.
Blue:
Lernen ist so ne Sache, gebe ich offen zu. In der Schule musste ich damals nie wirklich aktiv lernen. Also dieses klassische man setzt sich hin, wälzt Bücher und schreibt Karteikarten oder sowas. Ich konnte mir Wissen immer recht gut einprägen und habe fast immer gute Noten geschrieben. In Physik habe ich sogar die Arbeiten für andere geschrieben – wobei ich mich heute frage, wie zum Teufel ich das gemacht habe… – ich habe von Physik überhaupt keine Ahnung.
Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass ich das in gewisser Weise abgespeichert habe. Ein Problem? Mag sich der ein oder die andere Fragen, weil ist ja super nicht lernen zu müssen und gute Noten schreiben zu können.
Aber der Knackpunkt ist, ich habe auch nie gelernt wie man lernt.
Lernen wie man lernt – könnte der Titel eines fünftklassigen Möchtegern Guru Buch sein, dass dir Sachen beibringt, die man echt von jedem Menschen schon gehört hat.
Mittlerweile bin ich aber um einiges Älter, ich habe sehr viele Dinge die parallel Laufen und die meine Aufmerksamkeit beanspruchen, so funktioniert mein Gehirn also ein bisschen anders und ist weniger ein Schwamm der alles aufsaugt und dann über der Klausur ausgedrückt werden könnte.
Ich verfalle immer wieder in Energietiefs, sobald es darum geht, dass ich lernen muss. Es stürzt jegliches Hormon, dass Energie bereitstellen soll in den Keller und es ist fast schon eine Qual, wenn ich nur drüber nachdenke, meine Notizen durchlesen zu müssen.
Welche Themen sind wichtig und in welcher Intensität? Welche Fachbegriffe brauche ich? Ist das zu oberflächlich? Wie bekomme ich praktisches Wissen theoretisch verfasst?Eine Mammut-Aufgabe also.
Kurzum: ICH MUSS ERSTMAL RICHTIG LERNEN WIE MAN LERNT.

