Im Rahmen der beruflichen Reha, habe ich am Mittwoch eine Schreibübung zum Thema Ressourcen bekommen. Dabei gab es einen kurzen Beispieltext und im Anschluss fragen. Im Anschluss sollte ich selbst einen Text schreiben und da ich ihn so gut finde, dachte ich, kann er auch auf dem Blog landen 🙂 Ziel des Textes: Mal hinsehen, was ich kann und schon gemeistert habe

Ein Rückblick auf die letzten sechs Monate

Ich war lange krankgeschrieben und steckte irgendwie fest. Ich habe mich nicht weiter getraut und war unsicher. Holte mir unverhofft in einem Gespräch Hilfe, von der ich nicht wusste, dass ich sie benötige. Ich kannte mein Ziel: Eine Umschulung zum Fachinformatiker machen, aber ich kannte den Weg nicht.

Durch die unverhoffte Hilfe setzte sich ein Weg in Gang, den ich nicht kannte und wo ich fest überzeugt war, ihn auch nicht zu schaffen. Ich wollte diesen Weg aber gehen, trotz der Zweifel, die mir mein Kopf immer wieder machte. Ich wollte es ausprobieren und so wuchs ich in den letzten Monaten über mich hinaus. Immer wieder kamen Zweifel, schaffe ich das? Werde ich jemals wieder belastbar werden? Und so lernte ich mich auf eine andere Art und Weise kennen. Ich lernte, dass ich mehr Energie haben kann und das mir andere Menschen guttun. Das Einsiedlerleben war plötzlich vorbei und so ungewohnt es auch war, umso mehr genoss ich es im laufe der Zeit. Jede Hürde, die mir in den Weg geschoben wurde, ob von außen oder von innen, meisterte ich. Ich lernte mich neu kennen und mir zu vertrauen.

Und was mich am meisten überraschte, ich ließ den Beruf des Fachinformatikers los und konnte mich für einen neuen Beruf öffnen. Nach all den Jahren der Berufsrecherche, der Ideensammlung und der Verzweiflung, weil ich immer wieder beim Fachinformatiker landete. Zeigte sich ein anderer Beruf am Horizont.

Und trotz all der Erfolge, gibt es nach all den Jahren immer noch Eigenschaften an mir die einfach geblieben sind und die nun in eine andere, gesündere, Richtung gelenkt werden möchten. Eigenschaften, die mit dem alten Ich zusammenhängen, mit einem Ich mit dem ich heute kaum noch etwas verbinde, mit einem Ich das ich heute nicht mehr bin. Ich denke und hoffe, dass ich auch einen Umgang mit diesen Eigenschaften finden werde, wenn ich noch weiter bei mir selbst ankommen bin. Wenn ich Entscheidungen getroffen habe und weiß, wie mein Weg weitergehen wird. Wenn ich wieder ein oder auch mehrere Ziele vor Augen habe. Ziele die realistisch sind, Ziele die Umsetzbar sind und vor allem Ziele, die mich Glücklich machen und mir Zufriedenheit schenken werden.

Die kleine Version von mir, wäre heute verdammt Stolz auf mich.

Autor*in: Buecherwurm

Seit 2018 engagiere ich mich in der Selbsthilfe, seit 2019 auch mit einer eigenen Gruppe mit Schwerpunkt auf Depressionen, aber offen für alle Krankheitsbilder. Ich selbst lebe mit Depressionen und seit kurzem auch mit der Diagnose ADHS, das vermutlich lange durch die Depression verdeckt wurde. Wichtige Stützen in meinem Alltag sind mein Hund und das Lesen. Bücher sind für mich Seelenfutter – besonders dann, wenn es mir schlecht geht. Mein Herz schlägt für Romane, Fantasy und Psychothriller (z. B. Harry Potter, Die Tribute von Panem, Werke von Sebastian Fitzek, Lilly Lucas oder Jenny Colgan). In meinen Beiträgen wird es weniger um Bücher gehen, sondern vor allem um die Themen Selbsthilfe auf dem Land, das Leben mit Depression und ADHS und die alltäglichen Herausforderungen, die damit verbunden sind.

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