Was bisher war: Nach einem Routine-MRT meines Schädels hatte mir eine Ärztin gesagt, dass ich wahrscheinlich wieder operiert werden müsste. Ich sollte mich nicht aufregen, und erst mal abwarten, bis die Ärzte sich beraten hätten.

Ich bin also nach Hause gefahren und hab das meinen Eltern erzählt. Am Nachmittag kam schon der Anruf: Ja, es muss operiert werden und es würde sich eine Aufnahmeschwester in den nächsten Tagen melden. Es hat gar nicht lange gedauert, da hat sie angerufen. Sie würde nach einer Lücke im OP-Plan suchen und dann würde ich dazwischen geschoben werden, sagte sie. Es dauerte dann vierzehn Tage bis ich den Brief zu Aufnahme bekam.

Meine Eltern haben mich zum Glück begleitet, ich habe das Club-Bändchen zur Aufnahme bekommen, bin hoch zur Station und musste erst mal lauter Formulare ausfüllen. Dann wurde ich untersucht: Gewicht, Allgemeinbefinden. Dann haben sie versucht, mir Blut abzunehmen, aber meine Adern haben wohl gemerkt, dass irgendwas nicht läuft und haben sich verzogen. Die Schwestern haben dann irgendwann aufgegeben, weil sie nichts gekriegt haben. Mein Vater, der noch da war, hat die ganze Zeit gefragt, wie kann das sein? Ich war sehr froh, dass noch jemand bei mir war.

Ich bin in ein Zwei-Bett-Zimmer gekommen und konnte mir ein Bett aussuchen. Die Uniklinik in Dresden ist sehr neu, mit Europas modernstem OP-Zentrum, für fünf Millionen gebaut. Es kam dann noch mal eine andere Schwester, die es gleich beim ersten Versuch geschafft hat, mir Blut abzunehmen. Am Nachmittag gab es noch einmal ein MRT und dann kam noch ein älterer Mann, mit dem ich mir das Zimmer dann geteilt habe.

Am Abend kam die Essenstante und hat mir drei Menüs zur Auswahl angeboten: „Was wollen Sie essen?“ Mir war das scheißegal. Ich hab dann irgendwas genommen. Danach ist sie jeden Tag gekommen und hat gefragt, was ich essen will. Das ging mir irgendwann ziemlich auf den Keks. Zum Glück war ich auf der Station, wo ich sowieso immer Flyer für unsere Selbsthilfegruppe ausgelegt habe. Viele der Schwestern kannten mich schon.

Das war der erste Tag im Krankenhaus – eigentlich ziemlich langweilig. Kommende Woche erzähle ich euch dann, was am nächsten Tag passierte.

Dresdener

Autor*in: Dresdener

Ich bin Stephan, 39 Jahre alt und komme aus Dresden. 2005 und 2008 bin ich an einen bösartigen Hirntumor erkrankt. Jetzt bin ich erwerbsunfähig und bekomme Rente. Ich habe eine Selbsthilfegruppe für Hirntumorpatienten und Angehörige gegründet und bin auf verschiedene Weise ehrenamtlich aktiv.

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