Gastbeitrag von: Ellen*

Auf den ersten Blick erscheint einem der Lebensmutig Blog als eine große Wundertüte, voll bunten Inhalts an Worten, Gedanken und starken Persönlichkeiten. Gespannt beginnt man durch die Rubriken zu wandern, Beiträge aus vergangenen Jahren, Anekdoten zu Themen, die viele Menschen ansprechen, aktuelle Ereignisse im Geschehen dieser Zeit. Dargelegt durch diverse Charaktere mit starken Namen. Charaktere, die immer wieder auftauchen. Mit Namen, die scheinen als würden sie das Konfetti der Wundertüte bilden; vielfältig, aussagekräftig und doch jeder für sich ein Stück heimlich und verborgen.

Die ersten Beiträge erschienen im Herbst 2018. Doch davor noch gab es eine lange Zeit der Entwicklung. Am Bundestreffen 2017 wurde zusammengesessen und mit Freude und Elan über diesen Blog nachgedacht und die „Kinderschuhe“ gerade erst entworfen. Als dann jeder zurück zu Hause in seinem eigenen Umfeld war, begann das Schreiben. Allein aber gemeinsam, bundesweit. Die Kinderschuhe liefen ihre ersten tapsigen Schritte, frei nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“.

Die Schritte wurden schnell standfester und die Autor*innen begannen uns dann ganz bald durch alle neu aufblühenden Jahreszeiten zu begleiten. Und so natürlich der Wandel der Jahreszeiten ist, so natürlich sah man auch den Wandel an Erzähler*innen, an neuen Mitschreibenden, die den Blog lebendig halten.

Ja, um etwas am Leben zu erhalten, bedarf es Pflege und Fürsorge. Können wir uns vorstellen, wieviel mehr also hinter den so fließenden Worten und Zeilen jedes Textes steht? Sich untereinander absprechen, organisieren, wer zu welcher Zeit welches Thema beschreibt, das gemeinsame Schreiben zu einem Thema, jedem seine eigenen Eindrücke und dann noch das Schreiben an sich. Schreiben ist nicht immer nur Ventil für freie Gestaltung und Entspannung. Schreiben kann auch anstrengend sein, mal mehr Kraft kosten als schenken.

Doch am Ende ist es immer das Herzblut, welches siegt, das stetige Motor ist und sich den Lesenden erst im fertigen Werk offenbart.

Pflege und Fürsorge, durch Herzblut, für Autor*innen und Lesende. Was wäre ein geschriebener Text ohne eine Person, die ihn liest? Schreiben und lesen sind ein Prozess des Geben und Nehmens.

Es sind die Gefühle und Erfahrungen der Autor*innen, welche sie sich von der Seele schreiben, ein ganz persönliches Geben. Den Lesenden in sein Inneres schauen lassen, ihn Teil haben zu lassen, ganz ohne Druck und ohne Erwartung. Als Lesender dann liegt es an dir, was passiert, wie diese Zeilen auf dich Wirken. Du nimmst an und empfindest.

Es gibt eine sichtbare Form, ein Zurückgeben, in der sich die Empfindungen der Lesenden wiedergespiegelt haben: die Kommentare unter den geschriebenen Werken. Über die zwei Jahre hin lassen sich immer wieder Blitzgedanken, Mitgefühl, Motivation und Beistand der Leser, mitverfolgen. Es wird bekundet, wie schön es sei die Beiträge zu lesen und häufig noch in den ersten Sätzen der Kommentare liest sich eine Bekräftigung des Geschriebenen: Die Leser*innen kennen häufig die beschriebenen Gefühle. Es entsteht eine leise Kommunikation zwischen Schreibenden und Lesenden.

Was also offenbart uns der zweite Blick? Wo stehen die Kinderschuhe heute?
Die Kleinkindabteilung wurde verlassen, hinein in das Getümmel der „coolen Kids“, da wo es vielfältig, kräftig, freudig, lebendig ist und – dort wo es Wundertüten gibt. Denn das ist es, was jedes Kind mal braucht. Eine kleine Überraschung, bunte Farbe, ein Lächeln auf den Lippen, die pure Freude über das was drinsteckt. Ohne Wertung, ohne Druck und Erwartung.

Last but not least also noch ein kleiner Wink von mir an dieser Stelle: Mit Kinderaugen sehen, lieben und lachen – etwas, wovon wir Erwachsenen uns viel abschauen können und sollten. Ihr lieben Lebensmutigen, danke euch für diese wunderbare Wundertüte. Danke euch für eure Worte, eure Offenheit und euer Durchhaltevermögen uns über die vergangenen zwei Jahre begleitet zu haben und uns die Möglichkeit gegeben zu haben euch mitbegleiten zu dürfen.

*Ellen ist ganz frisch in der Jungen Selbsthilfe Landschaft. Sie hat bei der NAKOS angefangen, um das Bundestreffen 2020 mit zu realisieren. Mit einem weiten Einblick in den Wirkungsbereich der Jungen Selbsthilfe, hatte sie die Möglichkeit und den Wunsch den Lebensmutigblog einmal mehr von außen betrachten zu können und somit (zum Geburtstag) ein Stück des „großen Ganzen“ zu beschreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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