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Eigentlich gehöre ich nicht mehr zu den Allerjüngsten im Lande. Doch hier in der Reha fühle ich mich wie ein Küken. Schon bei der Ankunft heute morgen habe ich im Empfangsbereich verzweifelt nach jüngeren Menschen Ausschau gehalten. Bislang sind mir vielleicht drei oder vier begegnet und das bei fast 400 Patient/innen. Durchschnittlich sind die Leute hier weit über 65 Jahre alt, schätze ich mal. Vielleicht liegts an den Abteilungen der Klinik: Kardiologie, Orthopädie und Innere Medizin.

Im Speisesaal bekommt hier jede/r für die Dauer des Aufenthalts einen Platz zugewiesen. „Hmmm“, hat die nette Frau am Empfang gemurmelt, als sie für mich einen suchte, „ich würde Sie ja gerne zu ein paar Jüngeren setzen, aber hmmm, das ist nicht einfach.“ Schließlich ist sie fündig geworden: Jetzt sitze ich mit zwei Männern Anfang 60 und einer Mittdreißigerin zusammen. Letztere ist wegen einer chronischen Magen-Darmerkrankung hier.

Und jetzt frage ich mich, ob es für junge Menschen nicht total wichtig wäre, in einer Reha mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Genauso wie bei Selbsthilfegruppen. Denn alte Menschen, die die ganze Zeit von ihren Beschwerden reden, die können – bei allem Respekt – ganz schön nervig sein. Deshalb hab ich mal gegoogelt: „Junge Erwachsene Reha“ und siehe da, es gibt doch einige Angebote.

Für junge Menschen mit Krebs zum Beispiel in der Klinik Oexen (www.junge-erwachsene-reha.de) oder für onkologisch, hämatoligisch, kardiologisch und andere chronisch erkrankte junge Leute in der Klinik Katharinenhöhe im Schwarzwald (www.katharinenhoehe.de/Reha-Jugendliche-und-junge-Erw.15.0.html). Auch im Bereich psychische und Suchterkrankungen gibt es Angebote.

Das ist aber sicherlich noch ausbaufähig. Deshalb lautet meine Reha-Frage des Tages: Wer von euch war denn schon mal in einer Reha? Und wie habt ihr euch gefühlt? Zu jung? Und wenn ja, war das egal oder hättet ihr es anders besser gefunden? (Ja ich weiß, das ist mehr als eine Frage, aber naja…)

Bis bald, euer RE-HAse

RE-HAse

Autor*in: RE-HAse

... hatte 2017 Jahr ganz schön Pech und sich gleich zwei Mal den Fuß ziemlich heftig gebrochen. Was folgte, waren viele Schmerzen, viel Ungeduld und die Erkenntnis, dass es nie wieder so wie früher sein wird. RE-HAse hat bis Sommer 2019 im Blog mitgeschrieben

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