In unserem gemeinsamen Blogeintrag zum Monatsthema Urlaub schrieb ich, dass Urlaub für mich bedeutet, eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Kürzlich war ich im Urlaub und es ist mir weitestgehend auch gelungen, eine Auszeit zu nehmen. Was meine universitären Pflichten angeht, war es kein Problem, diese hinter mir zu lassen und die schöne Landschaft zu bewundern, das gute Essen zu genießen und die vielen großen und kleinen Momente im Hier und Jetzt auszukosten.

Leider bzw. Gott sei Dank ist das Thema Corona und der Infektionsschutz ein Bestandteil meines Alltags und da ein Virus bekanntlich keine Ferien macht und sich einfach Mal eine Auszeit gönnt, ging dieses in Gedanken mit auf die Reise. Darüber bin ich sehr froh!

Ich musste im Urlaub leider die Erfahrung machen, dass viele die Gedanken an das Virus und den damit verbundenen Infektionsschutz zuhause lassen. Viel zu häufig kam es vor, dass mir Menschen auf die Pelle gerückt sind, weil Sie keine Lust hatten, Abstand in einer Schlange zu halten oder einfach im Urlaub nicht mehr daran dachten, dass es geboten ist, Abstand zu halten. Sei es nun in der Schlange beim ÖPNV, der Schlange an den Freizeitattraktionen und vor allem der Schlange am Frühstücksbuffet. Überall dort, wo sich viele  Menschen stauen und es eigentlich geboten wäre auf sich und seine Mitmenschen acht zu geben, schienen die Gedanken an Corona Urlaub zu machen. Selbes gilt für das Desinfizieren der Hände an den Eingängen. Der aufgestellte Desinfektionsmittelbehälter wirkte dabei schon fast wie ein Relikt aus einer vergangenen Zeit, die mehrere Jahre wenn nicht schon Jahrzehnte zurück liegt. Nur noch ein dekoratives Element, das mahnend in der Ecke des Eingangsbereiches steht, aber kaum noch eine Funktion zu erfüllen scheint. Bis auf einige wenige Familien hielt es so gut wie niemand mehr für nötig, kurz auf den Spender zu drücken und die wenigen Sekunden, die es benötigt seine Hände zu desinfizieren, zu investieren. Was die Maskenpflicht angeht war das Schauspiel ähnlich. Enttäuscht war ich besonders vom Hotelpersonal. Dieses schienen nicht wirklich ein Interesse zu haben, die Gäste auf die Hygienerichtlinien hinzuweisen. Maskenpflicht durchsetzen oder zumindest ein paar ermahnende Worte an die Gäste zu richten, dass diese die Abstände einhalten, schienen die Betreiber nicht für nötig zu halten.

Ich bin froh darüber, dass zumindest ich mich von diesen Verhaltensweisen nicht habe anstecken lassen und den Infektionsschutz wie die anderen Gäste zuhause gelassen habe oder während dem Aufenthalt in den Urlaub geschickt habe. Ich bin froh darüber, dass es für mich die Möglichkeit gab, den vielen Menschen auszuweichen und so den Abstand zu diesen einzuhalten. Von mir weiß ich nicht, ob ich zu einer Risikogruppe gehöre. Bisher ist mir diesbezüglich nichts bekannt. Wenn ich jedoch wüsste, dass ich zur Risikogruppe gehöre und die Ansteckung mit dem Virus für mich fatale Folgen hätte, bin ich mir sehr sicher, dass ich diesen Urlaub nicht hätte genießen können, da die Rahmenbedingen, sich anzustecken trotz der eigenen Vorsicht, gegeben waren. Ich bzw. wir alle sind beim Thema Corona auf gegenseitige Rücksichtnahme angewiesen. Ich weiß, dass ich als Einzelkämpfer alleine nicht viel ausrichten kann und gleichzeitig bin ich trotz der vielen Menschen, denen ich im Urlaub begegnet und die nicht auf den Infektionsschutz geachtet haben froh, auch viele gesehen zu haben, die die Sache ernst nehmen!

Wart ihr in diesem Sommer schon im Urlaub? Konntet ihr trotz Corona abschalten? Welche positiven und negativen Erfahrungen habt ihr im Hinblick auf den Infektionsschutz gemacht? Lasst es uns in den Kommentaren wissen 🙂

 

Bossi

Autor*in: Bossi

Ich möchte meine eigene Gruppe etwas anders angehen und die üblichen Runden einer Selbsthilfegruppe mit ein paar innovativen Methoden etwas beleben. Über eben diesen Einsatz von Methoden in der Selbsthilfe, meine Erfahrungen damit und meine persönliche Suchtgeschichte möchte ich im Blog berichten und mich darüber austauschen.

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