HighHopesInBlueSkys: Wer kennt ihn nicht, den „inneren Schweinehund“!? Wenn mich etwas interessiert, ich etwas unbedingt erreichen möchte oder ich mich auf etwas freue, dann bin ich sehr motiviert. Dann muss ich mich teils beinahe schon selber bremsen. Wenn es allerdings unliebsame Pflichten, Aufgaben oder Herausforderungen sind, die kein oder wenig persönliches Interesse wecken, dann neige ich zum Aufschieben. „Ich mache es später.“ / „Ich mache es morgen“ / „Es ist noch genügend Zeit.“ … Bis ich mitunter in Zeitdruck oder Stress gerate. Dann beginne ich oft mich mit anderen, eigentlich nicht brisanten Aufgaben, zu beschäftigen (z.B. Wohnung putzen und aufräumen statt zu lernen), nur um dieses oder jenes nicht erledigen zu müssen. Es ist manchmal nicht leicht, sich zu überwinden.
Und besonders durch die Depression kann es vorkommen, dass die Motivation da ist, aber der Antrieb und die Energie fehlen, oder ich einfach gerade nicht genug belastbar bin. Oder umgekehrt, dass ich einen beinahe übersteigerten Antrieb habe.

Mutsammlerin: Für Herzensprojekte habe ich immer viel Motivation in mir. Manchmal steht der Motivation dann nur die Angst im Weg.

Bossi: Es kommt häufig vor, dass sich meine Aufgaben in Form eines großen Elefanten vor mir aufstellen und mich regelrecht in Angst und Schrecken versetzen, so dass ich geneigt bin, davonzulaufen oder mich tot zu stellen. Bloß nicht bewegen, vielleicht verzieht sich der Aufgabenberg von einem Elefanten ja von alleine. In solchen momenten versuche ich mir ein Bild in den Kopf zu rufen, das ich im “kleinen Prinzen” gesehen habe: ein Elefant im Bauch einer Schlange.
Natürlich werde ich den großen, starken Elefanten nicht wie diese Schlange in einem Haps verschlingen können, wenn ich mir aber den Elefanten bzw. den Berg nicht als ganzes sondern in Teilaufgaben denke und diese Stück für Stück abarbeite, schaffe ich es, die Furcht und den Schrecken vor diesem Ungetüm zu verlieren und die nötige Motivation aufzubringen, das zuvor als unüberwindbar empfundene Hindernis zu meistern. So ein Klotz von einem Elefanten verspeist sich auch nicht als ganzes, sondern in Scheiben am besten.

Dickdarmlos: Motivation ist für mich paradoxer Weise ein zweischneidiges Schwert. Manchmal will ich, aber kann nicht – oder umgekehrt. Für Dinge, die mir wichtig sind und Spaß machen, fällt es mir einfach mich zu motivieren. Manchmal stellt sich aber auch dann mein Körper dazwischen und zwingt mich zu einer Pause. Nach einer Zwangspause neue Motivation zu schöpfen ist manchmal schwierig, weil mich das sehr frustriert oder traurig macht. Die Hürde dann wieder weiterzumachen ist einfach höher.

Buchstabenspielerin: Bossi hat mich an ein Bild in meinem Kopf aus einem weiteren tollen Buch erinnert. Wenn ich Aufgaben sehe erscheint mir die Straße unendlich lang, dass ich sie nie aufgeräumt bekomme und immer neuer Dreck erscheint. Die Unendlichkeit verschlingt mich. Dann höre ich Beppo Straßenkehrer aus Momo. Schritt und Besenstrich, Schritt und Besenstrich. Denke nur an den nächsten Bestenstrich nicht an die ganze Straße. Vllt motiviert euch dieses Bild auch. Momo birgt übrigens eine Menge Motivation und Lebensweisheiten, wie der kleine Prinz.

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Autor*in: Alle zusammen

Wir sind die Blogautor*innen von Lebensmutig. Wir schreiben über unsere Erfahrungen mit Selbsthilfe, über unsere Erkrankungen und Themen und über die Herausforderungen, die wir bewältigen. Manchmal diskutieren wir untereinander über Themen, die uns gerade auf den Nägeln brennen. Dann dokumentieren wir das unter diesem Profil in einem besonderen Beitrag.

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