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Das Thema Essen ist bei mir aktuell wieder sehr präsent. Seit ich den kleinen Zwischenfall mit dem Krankenhaus hatte, bin ich sehr empfindlich und habe täglich mit Schmerzen und Übelkeit zu kämpfen. Ich denke, dass dies teils psychosomatisch bedingt ist, was mich hoffen lässt, dass ich möglichst zeitnah einen Psychotherapieplatz erhalte.
Die Crux daran… Dass ich eigentlich längst zu Vorsorgeuntersuchungen hätte gehen müssen, damit abgeklärt wird, ob organisch alles ok bzw. im „grünen Bereich“ ist. Meine Ängste verwehren mir jedoch diesen Weg, sodass eine Therapie für mich notwendig ist, um den Weg der Vorsorgeuntersuchungen wieder wahrzunehmen.

Essen bedeutet für mich teils Stress. Ich esse zwar grundsätzlich sehr gerne, vertrage auch viele Lebensmittel gut, aber oft folgen auf Essen stechende Schmerzen im Bauch, Übelkeit oder ein Blähbauch. Alles nicht sonderlich angenehm. Meist lässt es sich damit gut leben, sodass ich die Beschwerden nur bedingt wahrnehme. Seit dem Zwischenfall vor knapp zwei Wochen rückt dies aber in den Mittelpunkt. Schmerztechnisch bewege ich mich eher in der Art Krämpfe wie sie im Krankenhaus waren – nur abgeschwächt, sodass keine oder nur wenige Medikamente notwendig sind. Die Schmerzen ziehen in den Rücken. Bezüglich dessen ist fraglich, ob die Beschwerden eventuell sogar vom Rücken ausgelöst werden. Seit dem Zwischenfall habe ich durchgehend Rückenschmerzen bzw. vermutlich Probleme mit beiden Iliosakralgelenken (Verbindung von der Wirbelsäule zum Becken bzw. genauer dem Kreuzbein zum Darmbein – Anatomieeinschub beendet). Ich merke jedoch, wie mich die Beschwerden im Alltag einschränkt: Eigentlich würde ich nun gerne meine Arbeit für heute Nachmittag vorbereiten. Dies erfordert jedoch körperliche Aktivität und mein Körper ist gerade eher im „leg dich für ein paar Stunden hin“-Modus. Folglich kann ich auch nicht aufräumen und ebenso keinen Sport machen. Insbesondere an Sport muss ich mich vorsichtig rantasten, da Überlastungen bei mir Koliken auslösen können.
Weiterhin vergeht einem mit der Zeit die Lust aufs Essen. Ich weiß oft einfach nicht mehr was ich essen möchte. Worauf ich Lust habe, was ich bestenfalls gut vertrage und was mich zufrieden stimmt. Meist esse ich jeden Tag Magerquark, Joghurt, Gemüse und Kartoffeln oder Reis. Vielseitig und monoton zugleich.
Der Fluch ist für mich daran, dass ich essen muss, damit mein Körper fit bleibt und es nicht zu massiven Durchfallen kommt. Ein bis zwei Tage verkraftet es mein Körper mal, dass ich mich nur flüssig und breiig ernähre. Darüber hinaus muss ich feste Nahrung zu mir nehmen, da der Flüssigkeitsverlust über den Darm für mich sonst zu hoch wird.

Durch die Beschwerden und Vorsicht war das Bundestreffen auch eine Herausforderung. Es kann mir jeder Zeit passieren, dass ich massivere Krämpfe bekomme und insbesondere bei solchen Veranstaltungen möchte ich nicht im Krankenhaus landen. Vorab hatte ich ziemliche Sorge, ob und wie ich das Bundestreffen überlebe. Ob ich etwas zu essen finde und ob es Beschwerden auslöst oder nicht. Abgesehen von dem abartig gesüßten Joghurt morgens, habe ich immer etwas gefunden was gut essbar war. Es war nicht das Optimum, aber Hauptsache Lebensmittel, welche ich ganz gut vertrage. Morgens habe ich mir auch ein oder zwei Brötchen gegönnt. Sonst jedoch auf Weizen und co weitgehend verzichtet, da ich dies mit am schlechtesten vertrage. Mittags und Abends gab es auch immer Salat bzw. Gemüse – mein persönliches Highlight des Essens. Hätte es morgens auch Gemüse gegeben, ein paar Gürkchen oder Tomätchen, hätte das meinen Tag entertaint. Aber man kann nicht alles haben. Die Hauptsache ist, dass ich genug Essen gefunden habe und mein Körper damit auch ganz gut zurecht kam.

Dickdarmlos

Autor*in: Dickdarmlos

Die Verdauungsorgane, insbesondere der Darm, sind für viele ein absolutes Tabuthema. Es ist ekelig, man möchte nicht darüber sprechen und erst recht nichts darüber hören. Doch was ist, wenn du mit einem Gendefekt auf die Welt kommst und dein Darm früher oder später in den Mittelpunkt deines Lebens rückt? Ich habe FAP, sodass mein Darmkrebsrisiko bei beinahe 100% liegt. Mein Dickdarm war 2013 von Polypen übersät, sodass er entfernt wurde, ich vorübergehend ein Stoma (künstlichen Darmausgang) hatte und seit 2014 mit J-Pouch lebe.

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