Ich fühle mich schon lange nicht mehr zuhause in der Stadt, in der ich wohne. Seit einiger Zeit steht fest: Ich möchte weg. Seit kurzem hingegen ist das Ende absehbar, endlich wird der langgehegte Wunsch greifbar. Noch lebe ich einer Stadt, von der ich weiß, dass ich sie verlassen möchte. Das, was es hier erträglich macht, sind Erinnerungen. Nostalgie, denn – diese Stadt war einmal genau richtig für mich. Ich habe viele Freunde hier gefunden. Einen festen Freund verloren und einen Partner fürs Leben bekommen. Alleine dafür hat es sich gelohnt. Das Studium war ein Auf und Ab, ich habe mehr gelernt als die Inhalte des Studiums. Auch wenn diese Lektionen oft die Härtesten waren. Wenn ich daran denke, wegzuziehen, macht mein Magen einen kleinen Sprung. Da ist die Vorfreude, die Neugier, die Ungeduld. Aber irgendwie ist da auch die Angst. Die Angst, die mich schon lange begleitet und mir oft das Leben schwer gemacht hat. Angst vor dem stressigen Umzug, Angst vor dem Einleben in der neuen Stadt, Angst davor, verloren zu sein. Und da spielt dann das bisschen Stolz mit rein. Denn durch meine Therapie, durch einige Tiefphasen im Leben, habe ich viel gelernt. Vor allem habe ich mich kennengelernt. Gelernt mit mir zu Leben. Mit der Angst zu leben, die ich nicht loswerde – aber in Grenzen halten kann. Zugegeben, auch das läuft nicht immer perfekt. Auch das ist ein Lernprozess, einer der vielleicht mein ganzes Leben andauern wird. Und so spaziere ich durch die Stadt, in Aufbruchsstimmung und vielen gemischten Gefühlen.

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Autor*in: Plaudertasche

Hello! 🙂 Ich bin Plaudertasche. Ich bin seit kurzem Teil des Blogs und schreibe über mein Leben, mit und ohne Krankheiten.

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